Ums Überleben kämpfen…

Sehr lange habe ich nichts mehr in diesem Blog geschrieben. Es ist jetzt nun fast ein Jahr her seit meinem letzten Eintrag. Einige haben mir E-Mails geschrieben und nachgefragt, ob ich überhaupt noch existiere.

Ja, ich existiere noch. Aber wer weiß, wie lange ich noch existieren kann oder anders gesagt, wie lange ich noch existieren darf! Die Überschrift zu diesem Text habe ich nicht zufällig gewählt. Denn ich kämpfe tatsächlich ums überleben. Von dem letzten Geld das mir für diesen Monat noch bleibt, und wir haben ja erst Anfang Mai, habe ich mir erlaubt mich für ein paar Minuten ins Internet einzuwählen und meinen Abonnenten ein kleines Update zu geben. Dies ist ein Luxus den ich mir in den vergangenen 365 Tagen nur sehr selten genehmigen kann.

Wie ihr alle wisst, habe ich im Mai 2009 meinen Job durch eine Intrige verloren und habe seitdem keinen Job mehr gefunden. Nach einem Jahr fiel ich in die Hartz IV Falle und dort stecke ich nun fest. Mein Leben wird von Sachbearbeitern des Jobcenters bestimmt. Wildfremden Menschen die mir mein Leben aufdiktieren und wenn ich mich einmal gegen die Schikane dieser „Halbgötter“, die mit ihren fetten Ärschen auf ihren Thronen der unergründlichen Macht sitzen wehre, wird versucht mich und meine Existenz zu vernichten. Ich hatte mich im Herbst 2010 per Sozialgericht für die illegale Unterschlagung meiner 170 Euro Miete gewehrt. Seitdem versucht das Jobcenter mit allen Mitteln mich zu vernichten.

Ich habe niemals eine Vorschrift oder Vereinbarung des Jobcenters übertreten oder gebrochen. Ich bin meinen Pflichten immer nachgekommen und trotzdem drückt mir das Jobcenter eine Sanktion auf und das nur, weil ich ein Praktikum gemacht habe das das Jobcenter mit allen Mitteln verhindern wollte. Ich bin Bürokaufmann und habe seit 13 Jahren nicht mehr in diesem beruf gearbeitet. Ich habe alles mögliche gemacht wie zum Beispiel im Lager gearbeitet, im Gepäckdienst an einem Flughafen und bei diversen Zeitarbeitsfirmen. Das alles nur deshalb, weil ich keinen Job als Bürokaufmann mehr bekam. Es gibt tausende von kaufmännisch Ausgebildeten in Deutschland, es ist eben ein Beruf der sehr viel ausgebildet wird. Mehr als man eigentlich braucht. So hangelte ich mich von einem Job zum anderen. Doch diesmal, mitten in der Wirtschaftskrise, funktionierte das nicht mehr. Also wurde ich Arbeitslos.

Das Jobcenter, verlangt von mir ausschließlich Bewerbungen auf kaufmännische Stellenangebote. Andere werden nicht akzeptiert. Diese werden von meinen monatlichen Pflichtbewerbungen abgezogen. Ich muss mindestens 10 Bewerbungen pro Monat nachweisen, diese Überschreite ich mit 25 bis 36 Bewerbungen pro Monat deutlich. Doch das Jobcenter zieht alle Bewerbungen ab, die nichts mit kaufmännischen Berufen zu tun haben. So kam ich im April nur auf 6 Bewerbungen. Dies brachte mir eine Sanktion von 30% ein, wegen nicht erfüllens meiner Bewerbungspflichten. Somit lebe ich derzeit von 254,80 Euro.

Das Jobcenter stellte im August 2010 fest, das ich mittlerweile als Ungelernt gelte, da ich seit 13 Jahren nicht mehr in meinem erlernten Beruf gearbeitet habe. Eine Umschulung hielt man für notwendig. Ich sollte einen Termin beim Amtsarzt bekommen, der die Tauglichkeit zur Umschulung feststellen sollte. Auf diesen Termin warte ich bis heute. Beim zweiten Termin bei meiner Sachbearbeiterin, wollte man von diesem Gespräch nichts mehr wissen, obwohl ich es ja schriftlich in meiner Eingliederungsvereinbarung stehen hatte. Ich bekam nur nie Antwort, das Umschulungen nicht einklagbar seien. Ich hätte ja einen soliden Beruf gelernt und bräuchte keine Umschulung! Doch wie ich mich gegen andere und weit bessere Bewerber durchsetzen sollte, das konnte mir niemand sagen. Also fing ich an mir selbst einen Ausbildungsplatz zu suchen und fand tatsächlich einen Chef der mich gerne als Azubi zum Kraftfahrzeugmechatroniker einstellen wollte. Ich sollte vorher ein Praktikum machen, damit man meine Fähigkeiten beurteilen konnte. Also meldete ich dieses Praktikum beim Jobcenter an. Damit begann das eigentliche Problem das mich nun zu einer Sanktion führte.

Als ich mit meinem Praktikumswunsch beim Jobcenter vorsprach, drohte man mir an, das ich kein Arbeitslosengeld mehr bekommen würde, wenn ich den Ausbildungsvertrag unterschreibe. Selbst wenn noch Monate bis zum Ausbildungsbeginn vergehen würden, ich würde ab sofort kein Geld mehr bekommen. Dies würde auch meine Miete betreffen und ich bräuchte ja schlieslich eine Wohnung dies sollte ich bedenken. Ich machte trotzdem dieses Praktikum, denn hätten die mir wirklich kein Geld mehr gezahlt, wäre ich vor das Sozialgericht gegangen. Das Praktikum lief sehr gut, die Mitarbeiter waren alle nett und freundlich und an mir interessiert, denn es kommt ja nicht jeden Tag vor das ein 31 jähriger nach einem Ausbildungsplatz sucht. Nur der Chef war nach ein paar Tagen nichtmehr so freundlich und nach den zwei Wochen Praktikum bekam ich meine Bewerbung zurück mit einer fadenscheinigen Absage. Der Chef ließ auch nicht mehr mit sich reden. Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, das das Jobcenter seit meinem ersten Praktikumstag, den Chef der Firma telefonisch in den Wahnsinn trieb. Das Jobcenter rief immer wieder an und muss einen regelrechten Telefonterror veranstaltet haben. Was genau am Telefon gesagt wurde, weiß ich leider nicht und der betreffende Mitarbeiter der Firma der mir das gesagt hat auch nicht.

So hat das Jobcenter mir eine möglichket genommen, endlich aus diesem Scheiß Hartz IV zu kommen! Das schlimmste ist, das ich nichts dagegen tun kann. Ich könnte ja nicht mal das Jobcenter verklagen, da niemand öffentlich dazu Stellung nehmen wird. Der Chef streitet die Telefonate ab und das Jobcenter sowieso. Ich habe mich seit meiner Arbeitslosigkeit bei 382 Firmen vorgestellt. Doch niemand gibt mir auch nur den Hauch einer Chance. Wie es weitergeht und was ich tun soll, weiß ich nicht. Ich habe mittlerweile die Lust am Leben verloren. Es ist für mich eine regelrechte Qual. Ich werde es wohl nie mehr schaffen aus diesem Sumpf herauszukommen. Alles was ich will ist ein Arbeitsplatz. Ich will doch nur etwas was so viele Menschen haben. Warum gibt es das nicht für mich?

Wegen der Sanktion habe ich mich wieder ans Sozialgericht gewandt. Doch bis die Entscheidung durch ist, sind die 3 Monate Sanktion sowieso vorbei und ob ich vor Gericht gewinne ist auch noch offen. So das wars für die nächste Zeit. Mein Geld ist nun aufgebraucht. Ich hoffe aber das es nicht wieder ein Jahr dauert bis ich mich melden kann.

Alles Gute für euch alle!

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Naja…

…es gibt drei Möglichkeiten, die den wirklich überraschenden Sieg Deutschlands beim Eurovision Song Contest erklären können.

1. Jemand hat einen Pakt mit dem Teufel geschlossen. Damit meine ich Herrn Raab, denn sowas ist schon abnormal.

2. Die in der letzten Woche von unserer Bundesregierung beschlossenen Milliardenhilfen für den Euro waren dafür um die Länder zu bezahlen damit sie für Deutschland stimmen und das setzt eine Manipulation des Grand Prix voraus. (Ich stehe mit der Idee übrigens nicht alleine da!)

3. Das ganze lief ohne jegliche Manipulation ab und ohne jede Hilfe von oben (Himmel) oder unten (Hölle).

Wenn die Nummer 3 der Fall sein sollte, dann Herzlichen Glückwunsch an Lena Meyer-Landrut! Wenn nicht, dann schämt euch!

Aber um mal ehrlich zu sein: Der Vorschlag Lena Meyer-Landrut und Herrn Raab das Bundesverdiesntkreuz zu überreichen, ist mehr als übertrieben. Ich kenne genügend Leute die, wie ich, mehrere Jahre in der Bundeswehr dienten. Wir haben Internationale Kontakte gepflegt und aufgebaut. Diese Menschen wurden sogar beinahe angeschossen oder gaben ihr Leben für die Bundesrepublik Deutschland! Aber das alles zählt nicht. Das Bundesverdienstkreuz bekommen eben nur Menschen, die absolut nichts für unser Land getan haben. Von einigen wenigen Ausnahmen mal abgesehen. Das Bundesverdienstkreuz ist eine Ehrenvolle Auszeichnung, doch unsere Bundespräsidenten und die Regierung machen daraus einen Carnevalsorden.

Trotzdem, Glückwunsch Lena!

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Warum sich Deutschland beim Grand Prix blamiert und auf dem letzten Platz landet

Nein, ich hacke nicht auf dem Dialekt von Lena herum, falls es einer sein sollte. Das haben schon viele andere vor mir gemacht. Ich möchte mich auch nicht über das Mädel auslassen, denn für mich hat sie soviel Charisma und Ausstrahlung wie ein Spucknapf im Mondlicht. Um es noch genauer zu sagen, ich kann sie nicht leiden!

Hier geht es um verschiedene Dinge die man ändern muss um beim Grand Prix vorne mit dabei zu sein. Seit dem Jahr 2000 arbeite ich in der Medienbranche und habe als Musikproduzent angefangen. Das ich jetzt Aufstockend Hartz IV beantragen muss, ist ein Fluch den jeden Freiberufler irgendwann mal trifft.

Wenn ein Musiker zu mir kommt und Englisch singt, frage ich immer warum er das macht. Vielleicht hat er ja ein Problem mit der Deutschen Sprache. Ich habe mich damals aktiv für eine Deutschquote im Radio eingesetzt und ich kann es einfach nicht nachvollziehen warum Produzenten immer meinen nur ein Englischsprachiger Titel könnte beim Grand Prix gewinnen. Viele Länder singen in ihrer Heimatsprache, weil sie eben viel Selbstbewusstsein haben. Soviel Selbstbewusstsein haben wir Deutschen offenbar nicht.

Man muss sich ernsthaft fragen ob wir uns für die Deutsche Sprache schämen. Warum ist es dann nicht möglich einen Titel auf Deutsch für den Grand Prix zu produzieren. Ja, ich weiß. Das hatten wir in den letzten Jahren schonmal, wir hatten Herrn Raab mit seinem Baby Kauderwelsch und Herrn Horn der einen wirklich spitzenmäßigen Titel hatte und es nur bei seinem Auftritt mit der „Choreografie“ übertrieben hatte.

Aber selbst wenn wir eines der besten Lieder überhaupt hätten und das ganze von einem der besten Musiker darbringen lassen würden, wir würden nicht gewinnen! Der Grand Prix ist ein Politikum, hier geht es nicht um Musik. Hier geht es um Hass oder Liebe, um es mal etwas überspitzt zu formulieren.

In Ordnung, wir könnten Tokio Hotel auf die Bühne stellen. Dann hätten wir zumindest alle Stimmen der vorpupertären Mädchen und vielleicht auch Jungs. Man weiß ja nie. Aber kann das die Lösung sein?

Schauen wir mal zurück in die Vergangenheit des Grand Prix und sehen uns mal die Regeln an. Früher als Nicole mit „Ein bisschen Frieden“ den Grand Prix gewann, wurden die Punkte von einer Fachjury vergeben. In jedem Land saß also eine Jury bestehend aus Produzenten, Musikern und Verlegern. Diese Jury bewertete jeden Beitrag und vergab dann die Punkte. Irgendwann kam man auf die Idee die Bevölkerung, die meistens keine Ahnung von Musik hat, abstimmen zu lassen. Zuerst klappte das ja ganz gut und der Anruf war kostenlos, doch dann kamen die Telemediendienste und bei der Zuschauerabstimmung ging es plötzlich nur noch um das Abzocken per Telefon. Heute geht es nur noch um die Politik, das eine Land ist Sauer wenn es vom Nachbarn oder dem Verbündeten keinen Punkt erhält. England ruft für Irland an und Irland für England, Norwegen für Schweden und Schweden für Norwegen usw. usw.

Ich frage euch liebe Leser: Ist der Grand Prix noch gerecht und fair? Die Antwort wird bei den meisten wohl „Nein“ lauten und ihr habt recht. Der Grand Prix hat absolut keinen Sinn mehr. Doch wie könnten wir das ändern? Wie könnten wir es schaffen das Deutschland mal wieder ganz vorne mit dabei wäre oder sogar den Grand Prix gewinnt? Die Lösung ist einfach: Wir müssen den anderen Ländern einen Grund geben für Deutschland anzurufen!

Ich meine damit nicht, das wir den anderen Ländern irgendwelche Subventionen zahlen oder deren Wirtschaft ankurbeln. Nein, es gibt einen besseren Weg.

In der Bundesrepublik Deutschland leben doch genug Leute die aus Ländern stammen die am Grand Prix teilnehmen. Also nimmt man einen Sänger oder eine Sängerin aus jedem dieser Länder und bildet eine große Gruppe. Jeder davon singt eine Strophe und das ganze in seiner Muttersprache. Zack, schon haben wir einen Grund für die anderen Länder auch mal für Deutschland zu stimmen.

Damit würden wir der Politik in Europa ein Signal geben. Wir würden zeigen das wir der Mittelpunkt von Europa sind und das wir Offen für jeden sind. Wenn wir dann noch einen draufsetzen wollen, dann müssen wir unsere muslimischen Schwestern mit einem Kopftuch auftreten lassen und würden so der Europäischen Politik zeigen das wir jegliche Art von Kopftuchverbot ablehnen und das wir alle, Frauen die sich aus Überzeugung verschleiern unterstützen.

Wenn wir das umsetzen würden, dann hätten wir eine Chance und wären nicht nur der größte Zahler für den Grand Prix. Vielleicht liest ja mal einer der Verantwortlichen für die Grand Prix Vorentscheidung diesen Artikel, ich jedenfalls würde das sofort Unterstützen und würde meine ganze Arbeitskraft einsetzen um dieses Ziel zu verwirklichen.

Also, passt auf euch auf,

euer Sven

P.S.:

Nur falls jemand auf die Idee kommt und dieses Konzept zu kopieren versucht: Das vorgenannte Konzept unterliegt dem Urheberrecht und wurde von der Sunhill Medien Produktion im Jahre 2006 ausgearbeitet und ist rechtlich abgesichert. Wer also Interesse daran hat, der melde sich bitte unter meiner Firmenanschrift die im Impressum steht.

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Morgen ist es soweit… ich und Hartz IV

Es steht ja schon in der Überschrift, morgen beantrage ich das Arbeitslosengeld II, besser als Hartz IV bekannt.

Diejenigen unter euch die noch meinen alten Blog kennen, haben meine Geschichte über meinen letzten Arbeitgeber gelesen, die ich entfernen musste obwohl der Artikel vom Deutschen Recht voll abgedeckt war. Für alle anderen hier nochmal die Kurzfassung:

Am 13. Mai 2009 wurde ich von meinem letzten Arbeitgeber (der dessen Namen man nicht Aussprechen darf) auf die Straße geworfen, weil man dem damaligen Auszubildenden einen Job versprochen hatte oder weil eine andere Intrige die wohl gegen mich lief ein sehr großer Erfolg war. An dieser Stelle kann nur über die Gründe spekuliert werden.

Darauf folgte ein Arbeitsgerichtsprozess, den ich verlor und der auch nicht mit rechten Dingen zuging. Der Anwalt der Gegenpartei wurde vom Richter freundlich und fast mit Handschlag begrüßt, obwohl er ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Mein Anwalt allerdings, der jede Woche vor diesem Richter auftritt, wurde nur abfällig beäugt und vom betreffenden Richter nicht erkannt.

Nach diesem Prozess veröffentlichte ich in meinem alten Blog eben den besagten Artikel. Daraufhin musste ich den Artikel unter Androhung von Rechtlichen Schritten entfernen. Da ich damals schon Arbeitslosengeld I bezog und nicht die finanziellen Mittel für einen weiteren Rechtsstreit hatte, blieb mir nichts anderes übrig als den Artikel zu löschen. Ich bekam sogar Besuch von einem der Geschäftsführer, der mir erzählte das man mich hätte entlassen müssen weil keiner meiner ehemaligen Kollegen bei ihm angerufen hätte und ihn darum bat mich weiterhin zu behalten. Das ich das persönlich für Blödsinn halte sollte klar sein. Tatsächlich sollten aber zwei oder drei Personen gegen mich intrigiert haben. Das ist auch der aktuelle Stand und es geht mir mittlerweile am Arsch vorbei. Die intrigierenden Personen sind mir bekannt und mehr möchte ich dazu nicht sagen. Den Rest denke ich mir lieber.

Also gut, zurück zum beantragen von Hartz IV. In den letzten Monaten habe ich mehr als 560 Bewerbungen geschrieben. Auch an Zeitarbeitsfirmen, da ich diese gar nicht mal so schlecht finde. Ich habe in der Vergangenheit schon für eine Zeitarbeitsfirma gearbeitet und habe das als sehr positiv erlebt. Doch dann kam der Hammer. Ich wurde von der Arbeitsagentur angemahnt, ich solle mich doch nur auf Büroberufe bewerben und das wurde auch in einem Vertrag so geregelt. Man nennt das ganze Eingliederungsvereinbarung und ist ein Schriftstück in dem in zwei Sätzen die Pflichten von der Arbeitsagentur festgelegt sind und auf den restlichen zwei Seiten stehen dann die Pflichten des Arbeitslosen.

Ich habe 1999 meine Ausbildung zum Bürokaufmann abgeschlossen und danach nie wieder in einem Büro gearbeitet. Ich war Zeitsoldat, Musikproduzent, Gepäckfahrer am Frankfurter Flughafen und zuletzt Fotograf, das ich ja noch im Nebenberuf bin, zumindest noch vereinzelt. Wie groß die Chancen sind das ein Arbeitgeber einen als Bürokaufmann einstellt, der zuletzt 1999 in einem Büro war, kann sich jeder selbst ausrechnen. Die Chancen liegen bei null und etwas weniger als null. Aktuell habe ich eine Bewerbung zum Müllmann laufen, ja ihr habt richtig gelesen, als Müllmann. Der Job ist für mich ein ehrenwerter Job und er macht bestimmt Spaß. Ich habe damals Bürokaufmann gelernt weil kein anderer Ausbildungsplatz frei war und ich muss sagen ich hasse diesen Job. Eine Umschulung kam für die Arbeitsagentur nicht in Frage, ich hätte ja einen soliden Beruf gelernt. Aber das ich darin nie wieder eine Stelle finde, ist der Arbeitsagentur egal.

Also beantrage ich morgen Hartz IV. Um genau zu sein, habe ich Ende April eine E-Mail an das für mich zuständige Jobcenter geschickt. Ich bat das Jobcenter um Zusendung eines Alg II Antrages und um einen Termin zur Antragsabgabe, da ich Krank war und nicht persönlich dorthin konnte. Ich dachte mir das das kein Problem darstellt, da ich den Antrag zu Hause ausfüllen wollte und dann zum Abgabetermin natürlich persönlich erscheinen muss. Doch weit gefehlt, um einen Alg II Antrag zu erhalten muss man dort persönlich erscheinen. Denn die Damen und Herren wollen zuerst den Personalausweis sehen, damit ich einen Hartz IV Antrag bekomme! Das teilte mir das Jobcenter gestern per Brief mit.

Es ist ja bekannt das in einem Jobcenter ehemalige Mitarbeiter eines großen Deutschen Automobilherstellers, die noch vor ein paar Jahren am Fließband standen, in eine Auffanggesellschaft gesperrt wurden und in Crashkursen zu Sachbearbeitern ausgebildet wurden, arbeiten. Bei einigen Jobcentern arbeiten auch ehemalige Mitarbeiter eines Telekommunikationskonzerns.

Diese Damen und Herren wollen natürlich ein wenig Macht ausüben, da sie sonst so wenig zu lachen haben. Denn diese armen Leute müssen immer Angst haben am Ende des Jahres auf der anderen Seite ihres Schreibtisches zu sitzen, weil sie zu wenig eingespart haben.

Nachdem ich also Morgen früh, höchstpersönlich meinen Antrag auf Hartz IV abhole, bekomme ich einen Abgabetermin zugewiesen. Dort muss ich dann die Hosen runterlassen. Kontoauszüge werden gelesen, Mietverträge geprüft und dann muss ich mich bücken, damit der Sachbearbeiter in meinem Darm nachsehen kann ob ich nicht vielleicht dort noch eine Million versteckt habe. Das ganze dann unter ständigem Gemurmel, das die Versicherung zu teuer sei oder warum ich ein Kind bei den SOS Kinderdörfern unterstütze. Das ganze wird dann wiederum von mir mit einem „Na, neidisch?“  quittiert. Ich kenne die Prozedur, ich hatte Ende 2006 mal für zwei Monate Hartz IV bekommen. Nachdem das alles abgeschlossen ist, bekommt man dann seine 359 Euro, plus die Kosten für Miete. Die Miete bekommt der Vermieter meist direkt, so kommen dann jeden Monat 359 Euro auf mein Konto. Natürlich reicht das Geld nicht, ich habe ja noch Kreditverpflichtungen und ich kann ja wohl kaum zu der Bank sagen, das sie sich solange gedulden muss bis ich wieder Arbeit habe.

Aber was soll´s, wir leben ja in Deutschland! Dem Land das ihre arbeitslosen Bürger verhungern lässt aber Griechenland 22,4 Milliarden Euro Steuergelder in den Rachen stopft die wir nie wieder sehen werden. Deutschland das Land,das um die Statistik niedrig zu halten, Hartz IV Empfänger oder Arbeitslose in vollkommen Sinnlose und überteuerte Maßnahmen steckt. Deutschland das Land in dem ich einige Jahre in der Bundeswehr gedient habe und das es bis heute nicht fertig bringt mir ein Dienstzeugnis auszustellen. Deutschland das Land, das jedem anderen Land der Welt in Hintern kriecht nur damit uns alle für Großartig halten. Deutschland das Land, das beim Grand Prix den letzten Platz belegen wird, weil wir es nicht schaffen jemanden auf die Bühne zu bringen der auch tatsächlich singen kann.

In diesem Sinne, passen Sie auf sich auf,

Ihr Sven

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Das Leben und die Moral auf dem Dorf

Viele Menschen ziehen von den Städten aufs Land in die Dörfer. Die Städter denken sie hätten da ihre Ruhe. Kein Lärm, keine Abgase, nette Nachbarn. Doch ich kann euch sagen, das stimmt nicht. Ich lebe in einem Dorf und es ist die Hölle. Ich erlebe es seit dreißig Jahren und ich wünsche mir die Anonymität der Stadt.

Ich möchte euch das einmal an einem konkreten Beispiel erläutern:

Heute ist erster Mai, ein Feiertag. Meine ganzen Nachbarn (ca. 17 Personen) haben sich vor Jahren dazu entschlossen an jedem ersten Mai ein Straßengrillen zu veranstalten. Da wir in einer Sackgasse wohnen ist das auch kein Problem. Also werden schon morgens Tische und Stühle auf die Straße gestellt und die Grills angeworfen. Kein Mensch kommt dabei mit seinem Auto durch, sollte jemand in diese Straße wollen. Es käme ja nicht einmal der Rettungsdienst durch, geschweige denn ich raus aus der Straße.

Wie in jedem Jahr nehme ich nicht an dieser Veranstaltung der ausgemachten und befohlenen Fröhlichkeit teil. Denn ich lasse mich nicht auf diese, vom Blockwart befohlene und verlogene Party ein. Verlogen ist diese Grillerei deswegen, weil alle und ich meine wirklich alle, auf absolut heile Welt machen. Jede Art von Problemen, Sorgen oder Kriege in der Welt existieren für die Dauer der Veranstaltung nicht.

Doch wehe die Party ist vorbei. Dann geht es los hinter verschlossenen Türen und Fenstern. „Habt ihr gesehen was die wieder anhatte?“, „Der aus dem Haus gegenüber war schon wieder nicht dabei, das ist sowieso ein ganz komischer. Mit dem stimmt was nicht. Der ist bestimmt Kriminell.“ , „Mensch was die wieder in sich reingestopft hat, die muss aufpassen sonst platzt die noch!“

So oder ähnlich hört sich das dann an.

Interessant wird es, wenn jemand neues in die heile Idylle einzieht. Wenn der oder diejenige sich nicht sofort bei den Nachbarn vorstellt oder nicht um Erlaubnis fragt ob man sein Auto Dienstagsmorgens waschen darf, dann ist man im Dorf ganz unten. Da wird dann schon hinter dem Rücken über einen geredet. Wenn man dann nicht an den Dorffesten teilnimmt, dann ist man ganz übel dran. Denn dann wird man beim Bäcker oder dem Metzger gemieden. Man bekommt keinen „Guten Morgen“ und keinen „Schönen Abend noch!“ gewünscht. Wenn man sich dann noch erdreistet nicht Sonntags in den evangelischen oder katholischen Gottesdienst zu gehen, weil man vielleicht nicht diesem verlogenen Christentum angehört, dann kann es passieren das die Leute schnell die Straßenseite wechseln oder ihre Kinder aus dem Vorgarten holen wenn man dort vorbeigeht.

Apropos Kirche in einem Dorf. Das ist schonmal ein Erlebnis für sich. Diejenigen die den meisten Dreck am Stecken haben, diejenigen die mir ihrer Nichte vögeln oder sich im Dorf das Maul über andere zerreißen, sitzen immer in der vordersten Reihe. Es sind halt gute Christen und da will man ja auch gesehen werde vom Herrn Pfarrer.

Noch ein Wort zu Dorffesten. Wenn man sich nicht auf einem Dorffest ins Koma gesoffen hat oder ausschließlich Alkoholfreie Getränke zu sich nimmt. Hat man ebenfalls keine Chance in die heilige Dorfgemeinschaft aufgenommen zu werden.

Nein, ich lebe nicht in Bayern. Ich lebe in einem kleinen Dorf in Rheinland-Pfalz, genauer gesagt in Rheinhessen. Ich gebe euch den Tipp, kommt nur für die Ferien her, aber tut euch einen Gefallen und zieht nicht in ein solches Dorf. Es sei denn ihr haltet euch an die Dorfregeln und seid äußerst Trinkfest oder besonders christlich religiös. Dann habt ihr hier echt gute Chancen wenigstens mal ein „Guten Morgen“ oder ein lächeln eures Nachbarn zu bekommen.

Ansonsten, passen Sie auf sich auf!

Ihr Sven

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