Ums Überleben kämpfen…

Sehr lange habe ich nichts mehr in diesem Blog geschrieben. Es ist jetzt nun fast ein Jahr her seit meinem letzten Eintrag. Einige haben mir E-Mails geschrieben und nachgefragt, ob ich überhaupt noch existiere.

Ja, ich existiere noch. Aber wer weiß, wie lange ich noch existieren kann oder anders gesagt, wie lange ich noch existieren darf! Die Überschrift zu diesem Text habe ich nicht zufällig gewählt. Denn ich kämpfe tatsächlich ums überleben. Von dem letzten Geld das mir für diesen Monat noch bleibt, und wir haben ja erst Anfang Mai, habe ich mir erlaubt mich für ein paar Minuten ins Internet einzuwählen und meinen Abonnenten ein kleines Update zu geben. Dies ist ein Luxus den ich mir in den vergangenen 365 Tagen nur sehr selten genehmigen kann.

Wie ihr alle wisst, habe ich im Mai 2009 meinen Job durch eine Intrige verloren und habe seitdem keinen Job mehr gefunden. Nach einem Jahr fiel ich in die Hartz IV Falle und dort stecke ich nun fest. Mein Leben wird von Sachbearbeitern des Jobcenters bestimmt. Wildfremden Menschen die mir mein Leben aufdiktieren und wenn ich mich einmal gegen die Schikane dieser “Halbgötter”, die mit ihren fetten Ärschen auf ihren Thronen der unergründlichen Macht sitzen wehre, wird versucht mich und meine Existenz zu vernichten. Ich hatte mich im Herbst 2010 per Sozialgericht für die illegale Unterschlagung meiner 170 Euro Miete gewehrt. Seitdem versucht das Jobcenter mit allen Mitteln mich zu vernichten.

Ich habe niemals eine Vorschrift oder Vereinbarung des Jobcenters übertreten oder gebrochen. Ich bin meinen Pflichten immer nachgekommen und trotzdem drückt mir das Jobcenter eine Sanktion auf und das nur, weil ich ein Praktikum gemacht habe das das Jobcenter mit allen Mitteln verhindern wollte. Ich bin Bürokaufmann und habe seit 13 Jahren nicht mehr in diesem beruf gearbeitet. Ich habe alles mögliche gemacht wie zum Beispiel im Lager gearbeitet, im Gepäckdienst an einem Flughafen und bei diversen Zeitarbeitsfirmen. Das alles nur deshalb, weil ich keinen Job als Bürokaufmann mehr bekam. Es gibt tausende von kaufmännisch Ausgebildeten in Deutschland, es ist eben ein Beruf der sehr viel ausgebildet wird. Mehr als man eigentlich braucht. So hangelte ich mich von einem Job zum anderen. Doch diesmal, mitten in der Wirtschaftskrise, funktionierte das nicht mehr. Also wurde ich Arbeitslos.

Das Jobcenter, verlangt von mir ausschließlich Bewerbungen auf kaufmännische Stellenangebote. Andere werden nicht akzeptiert. Diese werden von meinen monatlichen Pflichtbewerbungen abgezogen. Ich muss mindestens 10 Bewerbungen pro Monat nachweisen, diese Überschreite ich mit 25 bis 36 Bewerbungen pro Monat deutlich. Doch das Jobcenter zieht alle Bewerbungen ab, die nichts mit kaufmännischen Berufen zu tun haben. So kam ich im April nur auf 6 Bewerbungen. Dies brachte mir eine Sanktion von 30% ein, wegen nicht erfüllens meiner Bewerbungspflichten. Somit lebe ich derzeit von 254,80 Euro.

Das Jobcenter stellte im August 2010 fest, das ich mittlerweile als Ungelernt gelte, da ich seit 13 Jahren nicht mehr in meinem erlernten Beruf gearbeitet habe. Eine Umschulung hielt man für notwendig. Ich sollte einen Termin beim Amtsarzt bekommen, der die Tauglichkeit zur Umschulung feststellen sollte. Auf diesen Termin warte ich bis heute. Beim zweiten Termin bei meiner Sachbearbeiterin, wollte man von diesem Gespräch nichts mehr wissen, obwohl ich es ja schriftlich in meiner Eingliederungsvereinbarung stehen hatte. Ich bekam nur nie Antwort, das Umschulungen nicht einklagbar seien. Ich hätte ja einen soliden Beruf gelernt und bräuchte keine Umschulung! Doch wie ich mich gegen andere und weit bessere Bewerber durchsetzen sollte, das konnte mir niemand sagen. Also fing ich an mir selbst einen Ausbildungsplatz zu suchen und fand tatsächlich einen Chef der mich gerne als Azubi zum Kraftfahrzeugmechatroniker einstellen wollte. Ich sollte vorher ein Praktikum machen, damit man meine Fähigkeiten beurteilen konnte. Also meldete ich dieses Praktikum beim Jobcenter an. Damit begann das eigentliche Problem das mich nun zu einer Sanktion führte.

Als ich mit meinem Praktikumswunsch beim Jobcenter vorsprach, drohte man mir an, das ich kein Arbeitslosengeld mehr bekommen würde, wenn ich den Ausbildungsvertrag unterschreibe. Selbst wenn noch Monate bis zum Ausbildungsbeginn vergehen würden, ich würde ab sofort kein Geld mehr bekommen. Dies würde auch meine Miete betreffen und ich bräuchte ja schlieslich eine Wohnung dies sollte ich bedenken. Ich machte trotzdem dieses Praktikum, denn hätten die mir wirklich kein Geld mehr gezahlt, wäre ich vor das Sozialgericht gegangen. Das Praktikum lief sehr gut, die Mitarbeiter waren alle nett und freundlich und an mir interessiert, denn es kommt ja nicht jeden Tag vor das ein 31 jähriger nach einem Ausbildungsplatz sucht. Nur der Chef war nach ein paar Tagen nichtmehr so freundlich und nach den zwei Wochen Praktikum bekam ich meine Bewerbung zurück mit einer fadenscheinigen Absage. Der Chef ließ auch nicht mehr mit sich reden. Vor ein paar Tagen habe ich erfahren, das das Jobcenter seit meinem ersten Praktikumstag, den Chef der Firma telefonisch in den Wahnsinn trieb. Das Jobcenter rief immer wieder an und muss einen regelrechten Telefonterror veranstaltet haben. Was genau am Telefon gesagt wurde, weiß ich leider nicht und der betreffende Mitarbeiter der Firma der mir das gesagt hat auch nicht.

So hat das Jobcenter mir eine möglichket genommen, endlich aus diesem Scheiß Hartz IV zu kommen! Das schlimmste ist, das ich nichts dagegen tun kann. Ich könnte ja nicht mal das Jobcenter verklagen, da niemand öffentlich dazu Stellung nehmen wird. Der Chef streitet die Telefonate ab und das Jobcenter sowieso. Ich habe mich seit meiner Arbeitslosigkeit bei 382 Firmen vorgestellt. Doch niemand gibt mir auch nur den Hauch einer Chance. Wie es weitergeht und was ich tun soll, weiß ich nicht. Ich habe mittlerweile die Lust am Leben verloren. Es ist für mich eine regelrechte Qual. Ich werde es wohl nie mehr schaffen aus diesem Sumpf herauszukommen. Alles was ich will ist ein Arbeitsplatz. Ich will doch nur etwas was so viele Menschen haben. Warum gibt es das nicht für mich?

Wegen der Sanktion habe ich mich wieder ans Sozialgericht gewandt. Doch bis die Entscheidung durch ist, sind die 3 Monate Sanktion sowieso vorbei und ob ich vor Gericht gewinne ist auch noch offen. So das wars für die nächste Zeit. Mein Geld ist nun aufgebraucht. Ich hoffe aber das es nicht wieder ein Jahr dauert bis ich mich melden kann.

Alles Gute für euch alle!

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